Thalia - 20.10.2006 - 19:00
Im Foyer haben sich schon Greenpeace und B.U.N.D. aufgebaut. Im Saal 2 soll Al Gores Dokumentation "Die Unbequeme Wahrheit" (An inconvenient Truth) gezeigt werden, mit anschliessender Dokumentation. Im Hintergrund läuft groß ein Greenpeace-Trailer. Alles ist bereit.
Was dann gezeigt wird ist ein Mix aus einem Al-Gore Vortrag (den er nach eigener Aussage schon über 1000 mal gehalten hat, weltweit), sentimentale Errinnerungen aus seinem Leben, populäres Bush- und Government-Bashing und philophischen Ansichten über die Welt (irgendwann wird eine explodierende Atombombe gezeigt, am Ende seiner Ausführungen über Bevölkerungswachstum).
"My name is Al Gore, I used to be the next president of the United States." - mit diesem kleinen Scherz eröffnet Al-Gore seinen Präsentation vor einer riesigen Leinwand. Dann gibts erstmal Fakten über die globale Erwärmung, unterstrichen durch einen Ausschnitt aus Futurama, der das Thema leichtverständlich und humorvoll aufarbeitet. Schon hier wird klar, dass der Vortrag allein nicht reicht für eine 90-minütige Kinovorstellung und ausserdem weit von wissenschaftlichen abschweifen wird.
Es werden Szenen eingespielt in denen er sich an seine Jugend erinnert, seine dramatische Niederlage im Wahlkampf oder wie er einfach irgendwo sitzt und den Vortrag ausarbeitet. Also nicht unbedingt nah am Thema, dafür aber nah am Mythos Al Gore.
Im Großen und Ganzen läuft das ganze auf eine Selbst-Beweihräucherung aus. Das eigentliche Thema verliert sich langsam im Film und wird am Ende übertrieben dramatisiert. Die Dokumentation verliert stetig an wissenschaftlicher Qualität und versumpft im populärwissenschaftlichen Einheitsbrei.
Vielleicht brauchen die Amerikaner solche Filme, aber mehr als die hierzulande bekannten Fakten bietet er nicht. Wenig neues, dafür viel Polemik. Trotzdem wird am Ende applaudiert, zur Diskussion bleibe ich vorsichtshalber nicht.
Trailer auf YouTube
Aber trotzdem immer dran denken: "Save the green planet!"